Aktuelle und ehemalige Veranstaltungen der Loge
Hier finden Sie die öffentlichen Veranstaltungen, die Sie ohne Anmeldung besuchen können. Außerdem annoncieren wir hier öffentliche Aktivitäten außerhalb unseres Logenhauses. Gästeabende Der Gästeabend ist eine Möglichkeit für Interessierte Bürger, mit Freimaurern der Loge persönlich ins Gespräch zu kommen. Meist gibt es einen einführenden Vortrag eines Bruders oder eines geladenen Gastredners. Dieser Vortrag kann, muss aber nicht immer nur von Problemen der Freimaurerei handeln. Auf jeden Fall besteht im Anschluss die Möglichkeit bei Getränken in gemütlicher Runde oder unter vier Augen mit den Brüdern der Loge sprechen. VeranstaltungsfotosÜber das Menü auf der linken Seite erhalten Sie die Möglichkeit, einen Blick in unsere letzten Veranstaltungen zu werfen. Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit von unserem stellv. Chefredakteur Frank Lehmann Torgau (TZ). Am 25. Juni um 19 Uhr wird Professor Dr. Werner Maiwald einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Brüderlichkeit in unserer Zeit“, der nicht nur für Freimaurer bestimmt ist, in den Räumen der Torgauer Freimaurerloge, Bäckerstraße 18, halten. Er formuliert dazu: Jeder Freimaurer kennt die Mahnung: Ziehet hin und bewährt Euch als Freimaurer! Dann verlässt er die Zusammenkunft mit seinen Brüdern und tritt hinaus in die Welt. Hier soll er sich durch Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit bewähren.
Brüderlichkeit in unserer Zeit? Täglich hören und lesen wir von Ereignissen, die mit Brüderlichkeit nicht das Geringste zu tun haben, eher mit dem Gegenteil. Die Beschäftigung mit diesem Thema machte mir deutlich, dass es sich um – Fontane würde sagen – „ein weites Feld“ voller Widersprüche handelt; es entstanden viele Fragen und nicht alle kann ich beantworten. Und mancher wird sie vielleicht auch anders beantworten.
Brüderlichkeit ist nach dem Verständnis der Freimaurer die Überzeugung von der Zusammengehörigkeit, von der Gleichheit und Würde aller Menschen, ihrer Gleichberechtigung, von Pazifismus, Humanität, Barmherzigkeit und sogar Feindesliebe. Woher kommen die Widersprüche dazu in unserer heutigen Welt, weshalb ist sie nicht „brüderlich“? Am Beginn der Neuzeit stand die Befreiung von – unfreiwilligen religiösen Bindungen – unfreiwilligen politischen Bindungen – ökologischen Bindungen durch Wissenschaft und Technik – unfreiwilligen ökonomischen Bindungen – sozialen Bindungen.
Dadurch wurde der moderne Mensch in eine besondere Situation gebracht: Selbstbestimmung erlangt zu haben, aber oft auch ratlos zu sein angesichts ihrer Folgen. Nichts von den Befreiungen ist zurückzunehmen, die errungenen Freiheiten, die Demokratie zu wahren, und wenn erforderlich, zu verteidigen. Die Tragik der Befreiung besteht darin, einen Menschen freigesetzt zu haben, dem es in seiner vielfachen, selbstbestimmten Bindungs- und Beziehungslosigkeit an Orientierung fehlt. Selbstbestimmt ist erst der Mensch, der in der Lage ist, aufgrund freier Wahl seinem Leben Regeln zu geben, individuell und gesellschaftlich. Ist das möglich? Wer könnte diese Frage mit völliger Sicherheit beantworten. Die Hoffnung darauf entspringt nicht einer beruhigenden Anschauung der Welt, sondern der Zerrissenheit der gelebten Existenz jedes Menschen. Sie erzeugt ein unstillbares Bedürfnis nach Aufhebung aller Spannungen. Blicken wir auf die Geschichte der Menschheit, so lesen wir von Menschen, die sich immer wieder bemühten – manche mit Erfolg, andere scheiterten – eine solche Veränderung zu erreichen. Freimaurer zu sein, verstehe ich als Aufruf für die Freiheit jedes einzelnen Menschen in der Welt – möge er auch anders sein oder möge er auch andere Ansichten haben als ich – zu wirken, und das heißt, ihnen zu helfen, unter den heutigen Bedingungen selbstbestimmt zu leben, auch wenn der Erfolg nicht sicher ist. Das heißt heute im tiefsten Sinne Brüderlichkeit, und die braucht unsere Zeit mehr denn je. Der Referent, Mitglied der ältesten Leipziger Loge „Minerva zu den drei Palmen“, die 1741 gegründet wurde, Professor Maiwald, ist Volkswirtschaftler und hat an der Universität Leipzig bis 1991 gelehrt.
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